Monatliches Archiv: September 2014

Das Reinhold-Schneider-Haus – nur ein Beispiel von vielen

Das Kulturdenkmal in der Mercystraße soll vermarktet werden. Entstehen sollen ein klotziger Flachdach-Anbau mit Tiefgarageneinfahrt sowie zwei Häuser mit Etagenwohnungen im Park ohne Rücksicht auf die historische Umgebung. Wieder geht ein Stück charmantes Freiburg, ein Stück kulturgeschichtliches Gedächtnis der Stadt verloren – und wieder werden die Interessen eines Investors vor die des Gemeinwohls, des Denkmalschutzes und der Kulturgeschichte der Stadt gestellt.

Die Pläne, das denkmalgeschützte Haus massiv durch An- und Neubauten zu ruinieren, kamen im Juni erst durch Nachhaken und anscheinend gegen den Willen der Verantwortlichen an die Öffentlichkeit. Da der § 34 BauGB die sukzessive Verschandelung Freiburgs nicht verhindern kann, wird die Fraktion FL/FF weiter auf die Einrichtung von Instrumenten zum Schutz des Stadtbilds wie Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen, Stärkung von Denkmalschutz und dem Ernstnehmen des Gestaltungsbeirats pochen.

Auf unsere Frage, warum das ebenfalls denkmalgeschützte Lorettobad-Stüble nicht erhalten wurde, wurde geantwortet: Es hätte sich wirtschaftlich nicht gelohnt, weil die Bausubstanz zu schlecht sei. Das ist das übliche Totschlagargument, das fast immer „zum Einsatz kommt“. Bleibt die Frage: Wieso kauft ein Investor für viel Geld Gebäude, ohne sich vorher über die angeblich schlechte Bausubstanz zu informieren? Der eigentliche Grund ist natürlich, dass der Investor sich meist darauf verlassen kann, dass die Denkmalschützer die Nicht-Wirtschaftlichkeit der Sanierung und damit den Abriss akzeptieren.

Grundwasser im Stadtteil Landwasser

Seit etwa zwölf Jahren dringt im Stadtteil Landwasser in ca. 50 Einfamilienhäuser und in die Albert-Schweitzer-Grundschule (ASS), insbesondere nach Starkregen, Grundwasser durch Kellerböden und –wände, sodass diese Räume praktisch nicht mehr nutzbar, z.T. von Schimmelpilz befallen sind, was zu Erkrankungen der Bewohner sowie Schülerinnen, Schüler und Mitarbeiter der ASS führen kann.

Bei einem Bürgergespräch am 02.07.2014 waren die Teilnehmer erfreut, von Herrn Zähringer vom Umweltschutzamt und Herrn Reuss vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung zu hören, dass die Stadt endlich Maßnahmen ergreifen wird, den Bürgern im Stadtteil Landwasser, vor allem im Bussardweg und Habichtweg zu helfen, die nassen Keller trocken zu bekommen.

Vor allem die Aussage von Herrn Zähringer, das Wasser aus dem Bereich der Albert-Schweitzer-Schule ab sofort nicht mehr in den Wald einzuleiten, wurde erfreut zur Kenntnis genommen.

Leider war das wieder nur eine der leeren Versprechungen, denn nach den Starkregen der letzten Wochen wurde das Wasser der ASS wieder in den Wald gepumpt. Im Wäldchen hinter der Schule bildet sich bei laufenden Pumpen ein großflächiger See, an manchen Stellen bis zu 50 cm tief. Dieses Wasser erhöht den Wasserstand im betroffenen Wohnbereich und führt bei zahlreichen Anwohnern zu nassen Kellern und somit zu beachtlichen materiellen Schäden.

Die Fraktion Freiburg Lebenswert/FürFreiburg erinnert die Stadt ein weiteres Mal daran, dass in den meisten der betroffenen Häuser die Stadt Freiburg Erbpachtgeberin, also Grundstückseignerin ist, und insofern in einer ganz besondere Verantwortung steht. Sofortige Maßnahmen sind nötig, um den Bürgern zu helfen.

Gerlinde Schrempp

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