Monatliches Archiv: Juli 2015

Streit um den Schlossbergturm

Der Schlossbergturm muss saniert werden. Allerdings besteht seit geraumer Zeit ein Streit darüber, ob in reiner Stahlbauweise oder unter erneuter Verwendung von Douglasienholz.

Die Stadtverwaltung möchte auf Holz verzichten, weil es zu schnell verrotte. Wenn dem tatsächlich so wäre, dann würde es keine Fachwerkhäuser geben, die mehrere hundert Jahre alt sind. Auch die vier Hauptstämme des im Jahr 1981 erbauten Schauinsland-Turms sind völlig intakt. Beim Schlossbergturm wurde der Fehler gemacht, dass bei seiner Fertigstellung im Jahr 2002 aus Zeitgründen unterlassen wurde, die Douglasienstämme zu imprägnieren.

Die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert/Für Freiburg ist der Meinung, dass die „Green City Freiburg“ den Turm mit Holz sanieren sollte. Architekt und Bauingenieur des Schlossbergturms haben einen Sanierungsplan mit Douglasienholz ausgearbeitet, der dem Gemeinderat nicht vorgelegt wurde. Der Plan überzeugt, mittels Druckimprägnierungs-verfahren und einer neuartigen Konservierungsmethode des Kernholzes würde das Holz 40 bis 50 Jahre halten. Auch wäre die Sanierung kostengünstig. Architekt und Bauingenieur besitzen zwar das Urheberrecht, wollen den Streit aber nicht vor Gericht austragen, sondern möchten in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Für eine sachgerechte Entscheidung ist erforderlich, den alternativen Sanierungsplan dem Gemeinderat als Diskussionsgrundlage vorzustellen.

Keine Wohnungsnot?

Bis vor kurzem wussten Stadtverwaltung und BM Prof. Haag nicht, wie viele Wohnungen in Freiburg pro Jahr gebaut werden. Nun hat man herausgefunden, dass von 2011 bis 2014 im Schnitt 900 Wohnungen pro Jahr zusätzlich auf den Markt kamen und den Bedarf völlig abdecken. EBM Otto Neideck (CDU) meinte laut Stadtkurier, dass “damit (..) etwa so viel neue Wohnungen hinzukommen, wie die Bevölkerung zunimmt”. OB Salomon vergleicht die Wohnbauaktivitäten in Freiburg gern mit Hamburg, wo ebenfalls preiswerter Wohnraum fehlt. Was dort neu gebaut wird, würde auf Freiburg berechnet einen jährlichen Bedarf von ca. 750 neuen Wohnungen bedeuten. Baut Freiburg also plötzlich genügend Wohnraum?

Der Bürger reibt sich erstaunt die Augen und fragt sich, was los ist: Günstige Wohnungen sind trotz 900 neuer Wohnungen kaum zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass der kürzlich gefasste Gemeinderatsbeschluss, 50% der neuen Wohnungen müssen „Sozialwohnungen“ sein, hier Abhilfe schaffen wird. Aus verschiedensten Richtungen der Bauwirtschaft, Fachanwälte und Investoren hört man nach anfänglicher Kritik plötzlich Zustimmung zu dem Beschluss.

Zweifellos herrscht in Freiburg großer Mangel an preiswertem Wohnraum. Teure Neubauten können das Problem nicht lösen. Nötig ist vor allem der Einsatz von Mitteln aus dem städtischen Haushalt. Der oben erwähnte Beschluss des Gemeinderats ist nur ein Baustein, um das große Problem zu lösen.

Erhalt des Meierhofs in der Kartaus!

Der Meierhof ist Teil des Kartäuser-Klosters, das zum “Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung” erklärt wurde. Nun beabsichtigt die Robert-Bosch-Stiftung, die das gesamte Gelände erworben und auf dem Areal ein “United World College” (UWC) errichtet hat, den Meierhof abzureißen, da er “zu marode” sei.

FL/FF möchte daran erinnern, dass dies, nach dem “Gasthaus zu Amerika” in der Habsburgerstraße und dem “Dreikönigshaus” in der Schwarzwaldstraße, das dritte denkmalwürdige bzw. unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist, das mit dieser Begründung abgerissen werden soll. 100.000 € sind für ein Gutachten ausgegeben worden, das die Unsanierbarkeit des Hofes belegen soll. Das sind 800 Arbeitsstunden bei einem Stundenlohn von 125 € für Gutachter und Mitarbeiter! Die Kosten einer Instandsetzung wurden offensichtlich noch gar nicht quantifiziert.

Ein bekannter Altbausanierer äußerte sich kürzlich gegenüber unserer Fraktion mit sehr klaren Worten: Der Hof ist selbstverständlich sanierungsfähig und er wäre bereit, ihn auf eigene Rechnung und eigenes Risiko zu sanieren. Vielleicht hätte man die 100.000 € besser gleich in die Sanierung als in ein teures Gutachten gesteckt.

Wenn es andernorts möglich ist, völlig durchnässte Wasserschlösser zu erhalten und wiederherzurichten, dann sollte dies beim Meierhof ebenfalls möglich sein.

Siehe auch: http://freiburg-lebenswert.de/verpflichtung-zum-erhalt-des-meierhofs-in-der-kartaus/

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