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Rede von Dr. Wolf-Dieter Winkler zum Breisacher Hof

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler hat am 2.2.2016 im Gemeinderat eine Rede gehalten, in der es um den von der SPD, den Grünen und der Linken Liste geforderten Abriss der Häuser 2f und 2g und Flash im Breisacher Hof geht. Er traf sich mit Bewohnern, um sich selbst ein Bild über den Zustand der Häuser der ehemaligen Artilleriekaserne zu machen.

„Ich hatte mich mit 2 Bewohnern verabredet, um mir ihre Wohnungen anzusehen, und bei dieser Gelegenheit weitere Bewohner angesprochen. Ich wollte deren Meinung zum Erhalt des Bolzplatzes, zu den Neubauvorhaben der Stadtbau entsprechend der Vorlage und zu den Abrissüberlegungen der Gebäude 2f, 2g und Flash erfahren. Ich habe mit ca. 8 Bewohnern gesprochen und drei Wohnungen, zwei davon im Gebäude 2g, besichtigt. Mindestens 4 dieser Bewohner wohnen seit ihrer Geburt im Breisacher Hof.

Die Aussagen aller waren eindeutig und übereinstimmend. Man wohne gern im Breisacher Hof, schätze das Miteinander der Bewohner und den großen grünen Innenhof mit den Spiel- und Kommunikations-möglichkeiten. Den Bolzplatz halte man nicht für so wichtig, da es ja noch spielerische Betätigungsmöglichkeiten im Innenhof gäbe. Die geplanten Neubauten A, B und D der Stadtbau, so wie sie hier in der Vorlage 16/033 geplant seien, wären ok, da dann immer noch genügend Freiflächen vorhanden seien. Entsetzt waren alle, insbesondere die Bewohner des abrissbedrohten Hauses 2g, dass man plane, zwei der Häuser und das Flash abzureißen. Die Reaktionen waren Unverständnis und Ablehnung. Alle Bewohner, darunter auch eine Bewohner-Sprecherin, waren sich darin einig, dass dies nicht nur das Häuser-Ensemble, sondern auch das gute Miteinander der Bewohner zerstören würde. Alle sprachen sich dafür aus, das Ensemble als Ganzes zu erhalten…“

Hier die ganze Rede im Wortlaut (PDF-Datei): Rede von Dr. Wolf-Dieter Winkler zum Breisacher Hof

Rede von W. D. Winkler im GR zu Bauflächen

„Der größte Erfolg der UN-Klimakonferenz in Paris ist, dass jetzt alle Staaten der Erde verstanden haben, dass der CO2-Anstieg menschengemacht ist und bei einem weiteren Anstieg des CO2-Gehalts eine Klimakatastrophe droht. Die Erkenntnis, dass ein Weiterso wie bisher nicht mehr geht, hat sich endlich durchgesetzt. Wir müssen den Klimawandel mit allen verfügbaren Mitteln aufhalten.“ So der FL/FF-Fraktionsvorsitzende, Dr. Wolf-Dieter Winkler, zu Beginn seiner Rede im Gemeinderat zur Ausweisung neuer Bauflächen in Freiburg am 15. 12. 2015 .

Und er kommt am Ende zu dem Schluss: „Freiburg Lebenswert/Für Freiburg wird Vorlagen zu Wohnbau auf städtischen Grünflächen und in Naherholungsgebieten wie dem Mooswald, den Dreisamauen oder Kleingärten grundsätzlich nicht zustimmen.

Wir lehnen auch den Perspektivplan in seiner jetzigen Ausgestaltung ab, da die Stadtplaner-Lyrik mit ihren etwas albernen Wortschöpfungen wie Kapern, Säumen,… sowie ihrer beschönigenden Beschreibungen wie „qualitative Weiterentwicklung von Freiflächen“ nichts Anderes meint als Bauen ohne Rücksicht auf bisher gültige Maßstäbe.“

Hier die gesamte Rede im Wortlaut (als PDF-Datei):

Rede von W. D. Winkler im GR zu Bauflächen am 15.12.2015

Die Mehrheit der Freiburger ist unzufrieden mit der Baupolitik

Baupolitik-Freiburg

Eine Mehrheit der Freiburger ist unzufrieden mit der Baupolitik in ihrer Stadt. Das ist ein Ergebnis der Bürgerumfrage 2014, die jetzt veröffentlicht wurde. Während in der Berichterstattung dazu die Überschriften suggerieren, es herrsche große allgemeine Zufriedenheit, liest man erst am Ende der Artikel, womit die Befragten unzufrieden sind.

Die vor allem von den Grünen, der CDU und den Freien Wählern im Gemeinderat sowie vom Oberbürgermeister Dr. Salomon und Baubürgermeister Prof. Haag intensiv propagierte Nachverdichtung in der Stadt wird in der Bürgerumfrage von einem großen Anteil der Bevölkerung (38 %) der Befragten abgelehnt; 30 % sind dafür, ein Drittel hat keine Meinung dazu.

Große Unzufriedenheit herrscht auch bei den Parkmöglichkeiten in der Innenstadt (37 %); und zwar sowohl für Autos als auch für Fahrräder. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wer seine Kinder oder ältere Menschen schon mal zum Freiburger Hauptbahnhof bringen wollte, damit diese rechtzeitig und gefahrlos ihren Zug erreichen, der weiß, wovon gesprochen wird.

Eine besonnene Planung, welche die Anliegen der BürgerInnen wie auch ökologische Notwendigkeiten berücksichtigt, ist dringend erforderlich.

„Ein paar Dohlenvögel“

In der öffentlichen Anhörung zur Wohnungsnot in Hochschulstädten in Berlin (Bericht in der BZ vom 24.09.2015: „Weniger Regeln, Mehr Spielräume“) forderte Bürgermeister Prof. Haag die Politik auf, über den Abbau von Restriktionen bei Lärmschutz oder Hochwasserschutz nachzudenken. In der Stadt solle der Wohnungsbau Vorrang haben vor Natur- und Artenschutz. Auch der Zugriff auf private Grundstücke solle erleichtert werden. Die Bauplanung werde „erheblich blockiert“. Es könne nicht sein, dass „ein paar Dohlenvögel“ alles aufhalten.

Diese Aussagen stellen, so beiläufig sie klingen mögen, Grundwerte unserer Gesellschaft in Frage. Folglich wären dringend deutliche Reaktionen aus der Bevölkerung zu erwarten. Dennoch erschienen nur wenige Kommentare im online-Forum der BZ sowie in der Pressemitteilung auf der Homepage von Freiburg Lebenswert. Hier wurde auch darauf hingewiesen, dass im Grundgesetz dem Schutz des Eigentums ein hoher Stellenwert zugewiesen ist (http://freiburg-lebenswert.de/haags-angriff-auf-eigentum-und-naturschutz/).

Weder die Dohlen noch der Naturschutz noch die Eigentumsrechte der Bürger sind Hindernisse für nachhaltiges Bauen, sondern eine konzeptionslose Bauplanung. Vieles in Freiburg ist Stückwerk. Bauen muss besonnen, mit Blick auf kommende Generationen wie auch in der Verantwortung für die Umwelt geschehen. Ein rücksichtloser Umgang mit Grundwerten ist damit nicht vereinbar.

Ein Kunstrasenplatz für den SV Hochdorf

Hochdorf ist der größte eingemeindete Stadtteil Freiburgs und hat einen Sportverein mit mehr als 850 Mitgliedern. Der Einzugsbereich des Vereins ist groß, vor allem Kinder und Jugendliche aus den benachbarten Stadtteilen Landwasser, Lehen und Betzenhausen-Bischofslinde nehmen dessen Angebote in Anspruch.

Der SV Hochdorf ist ein Mehrspartenverein mit einem eindeutigen Schwergewicht im Bereich Fußball. Über 200 Jugendliche zwischen fünf und neunzehn Jahren gehen dieser Sportart nach. Beim Trainings- und Spielbetrieb müssen 18 Mannschaften angeleitet und betreut werden. Hierfür stehen lediglich zwei Fußballplätze, ein Hart- und ein Rasenplatz zur Verfügung. Eine Umwandlung des Hartplatzes in einen Kunstrasenplatz ist dringend geboten, da dieser in einem extrem schlechten Zustand ist. Die Mannschaften spielen dort auf einem Untergrund, der eine erhebliche Verletzungsgefahr in sich birgt.

Ein solches Umbauprojekt hat ein finanzielles Volumen, das vom SV Hochdorf auch unter Inanspruchnahme von regulären Fördermitteln der Sportförderungsrichtlinien nicht zu bewältigen ist. Aus diesem Grund ist ein Zuschuss der Stadt Freiburg für die Umsetzung dieses Projektes unabdingbar.

Durch die zentrale Lage des Sportgeländes ergäbe sich durch die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz auch für die beiden Kindergärten und die Grundschule eine Möglichkeit, den Platz zumindest vormittags mitzubenutzen.

Städte für Menschen, nicht für Architekten

„Liveable cities for the 21st century“, also: „Lebenswerte Städte für das 21. Jahrhundert“, so lautete der Titel eines Vortrags, den der Kopenhagener Architekt und Städteplaner Jan Gehl im Winterer-Foyer des Freiburger Theaters hielt. Der Vortrag enthielt viele Appelle, die sich Städteplaner zu Herzen nehmen sollten.

Zentrale Aussagen in Gehls Vortrag: „Architektur muss für die Menschen da sein, Städte müssen für die Menschen da sein, nicht für Stadtplaner und Architekten.“ So fragt er ganz offen: „Warum interessieren sich Architekten nicht für den Menschen, sondern nur für Formen.“ Stadtplaner und Architekten sollten nicht vom Hubschrauber aus planen, sondern müssten dies aus der Perspektive der in der Stadt lebenden Menschen tun.

Eindringlich appellierte er für einen Paradigmenwechsel hin zu lebenswerten, nachhaltigen und gesunden Städten. In diesem Zusammenhang wiederholte er eine Binsenweisheit, die aber nicht bei allen Stadtplanern angekommen zu sein scheint: „Zusätzliche Straßen ziehen zusätzlichen Verkehr an!“ Und mit Blick auf den Augustinerplatz ließ eine Bemerkung aufhorchen: „Lärm in belebten Innenstädten muss organisiert und geregelt werden.“ Speziell zu Freiburg meinte er: „What you need is a city police.“

Den Appellen von Jan Gehl für mehr Bürgerbeteiligung und eine „lebenswerte Stadt“ kann Freiburg Lebenswert/Für Freiburg nur zustimmen!

Ein Jahr im Gemeinderat

Freiburg Lebenswert/Für Freiburg ist seit einem Jahr im Gemeinderat. Wie nicht anders zu erwarten, blies uns eine stramme Brise entgegen, wer gibt schon gerne Stimmen an andere ab.

Im Wahlkampf zum Bürgerentscheid am 01.02.2015 wurden wir als Stadiongegner beschimpft, sind aber „Stadionstandortgegner“. Im Nachgang dazu wurde uns „Rechtspopulismus“ vorgeworfen und wir wurden als „Pegida ohne Islamophobie“ verunglimpft. Mit solchen Sprüchen muss der leben, der sie benutzt!

Bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2015/2016 haben wir versucht, möglichst viele uns wichtige Antragssteller zu unterstützen.

Dass wir keine generellen Gegner von Wohnungsbau sind, haben inzwischen die meisten unserer Kritiker kapiert. Wir waren und bleiben aber Gegner des „Bauens auf Teufel komm raus“.

Im Gemeinderat wurde mit unserer Unterstützung sehr knapp entschieden, dass künftig bei neuen Bauvorhaben 50 % geförderter Mietwohnungsbau zu realisieren und zu belegen ist. Freiburg kann und darf nicht nur von Reichen und Armen bewohnt werden, auch mittlere Einkommensgruppen müssen bezahlbaren Wohnraum finden.

Auch haben wir mit derselben Mehrheit dafür gesorgt, dass die Freiburger Stadtbau einen zweiten technischen Geschäftsführer bekommt.

Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen unseren Unterstützern bedanken, denn der vielseitige, positive Zuspruch ist für unsere Fraktion Ansporn, im beschriebenen Sinn weiter zu arbeiten.

Streit um den Schlossbergturm

Der Schlossbergturm muss saniert werden. Allerdings besteht seit geraumer Zeit ein Streit darüber, ob in reiner Stahlbauweise oder unter erneuter Verwendung von Douglasienholz.

Die Stadtverwaltung möchte auf Holz verzichten, weil es zu schnell verrotte. Wenn dem tatsächlich so wäre, dann würde es keine Fachwerkhäuser geben, die mehrere hundert Jahre alt sind. Auch die vier Hauptstämme des im Jahr 1981 erbauten Schauinsland-Turms sind völlig intakt. Beim Schlossbergturm wurde der Fehler gemacht, dass bei seiner Fertigstellung im Jahr 2002 aus Zeitgründen unterlassen wurde, die Douglasienstämme zu imprägnieren.

Die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert/Für Freiburg ist der Meinung, dass die „Green City Freiburg“ den Turm mit Holz sanieren sollte. Architekt und Bauingenieur des Schlossbergturms haben einen Sanierungsplan mit Douglasienholz ausgearbeitet, der dem Gemeinderat nicht vorgelegt wurde. Der Plan überzeugt, mittels Druckimprägnierungs-verfahren und einer neuartigen Konservierungsmethode des Kernholzes würde das Holz 40 bis 50 Jahre halten. Auch wäre die Sanierung kostengünstig. Architekt und Bauingenieur besitzen zwar das Urheberrecht, wollen den Streit aber nicht vor Gericht austragen, sondern möchten in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Für eine sachgerechte Entscheidung ist erforderlich, den alternativen Sanierungsplan dem Gemeinderat als Diskussionsgrundlage vorzustellen.

Keine Wohnungsnot?

Bis vor kurzem wussten Stadtverwaltung und BM Prof. Haag nicht, wie viele Wohnungen in Freiburg pro Jahr gebaut werden. Nun hat man herausgefunden, dass von 2011 bis 2014 im Schnitt 900 Wohnungen pro Jahr zusätzlich auf den Markt kamen und den Bedarf völlig abdecken. EBM Otto Neideck (CDU) meinte laut Stadtkurier, dass “damit (..) etwa so viel neue Wohnungen hinzukommen, wie die Bevölkerung zunimmt”. OB Salomon vergleicht die Wohnbauaktivitäten in Freiburg gern mit Hamburg, wo ebenfalls preiswerter Wohnraum fehlt. Was dort neu gebaut wird, würde auf Freiburg berechnet einen jährlichen Bedarf von ca. 750 neuen Wohnungen bedeuten. Baut Freiburg also plötzlich genügend Wohnraum?

Der Bürger reibt sich erstaunt die Augen und fragt sich, was los ist: Günstige Wohnungen sind trotz 900 neuer Wohnungen kaum zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass der kürzlich gefasste Gemeinderatsbeschluss, 50% der neuen Wohnungen müssen „Sozialwohnungen“ sein, hier Abhilfe schaffen wird. Aus verschiedensten Richtungen der Bauwirtschaft, Fachanwälte und Investoren hört man nach anfänglicher Kritik plötzlich Zustimmung zu dem Beschluss.

Zweifellos herrscht in Freiburg großer Mangel an preiswertem Wohnraum. Teure Neubauten können das Problem nicht lösen. Nötig ist vor allem der Einsatz von Mitteln aus dem städtischen Haushalt. Der oben erwähnte Beschluss des Gemeinderats ist nur ein Baustein, um das große Problem zu lösen.

Erhalt des Meierhofs in der Kartaus!

Der Meierhof ist Teil des Kartäuser-Klosters, das zum “Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung” erklärt wurde. Nun beabsichtigt die Robert-Bosch-Stiftung, die das gesamte Gelände erworben und auf dem Areal ein “United World College” (UWC) errichtet hat, den Meierhof abzureißen, da er “zu marode” sei.

FL/FF möchte daran erinnern, dass dies, nach dem “Gasthaus zu Amerika” in der Habsburgerstraße und dem “Dreikönigshaus” in der Schwarzwaldstraße, das dritte denkmalwürdige bzw. unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist, das mit dieser Begründung abgerissen werden soll. 100.000 € sind für ein Gutachten ausgegeben worden, das die Unsanierbarkeit des Hofes belegen soll. Das sind 800 Arbeitsstunden bei einem Stundenlohn von 125 € für Gutachter und Mitarbeiter! Die Kosten einer Instandsetzung wurden offensichtlich noch gar nicht quantifiziert.

Ein bekannter Altbausanierer äußerte sich kürzlich gegenüber unserer Fraktion mit sehr klaren Worten: Der Hof ist selbstverständlich sanierungsfähig und er wäre bereit, ihn auf eigene Rechnung und eigenes Risiko zu sanieren. Vielleicht hätte man die 100.000 € besser gleich in die Sanierung als in ein teures Gutachten gesteckt.

Wenn es andernorts möglich ist, völlig durchnässte Wasserschlösser zu erhalten und wiederherzurichten, dann sollte dies beim Meierhof ebenfalls möglich sein.

Siehe auch: http://freiburg-lebenswert.de/verpflichtung-zum-erhalt-des-meierhofs-in-der-kartaus/

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