Schlagwort Archiv: Hochwasserschutz

„Ein paar Dohlenvögel“

In der öffentlichen Anhörung zur Wohnungsnot in Hochschulstädten in Berlin (Bericht in der BZ vom 24.09.2015: „Weniger Regeln, Mehr Spielräume“) forderte Bürgermeister Prof. Haag die Politik auf, über den Abbau von Restriktionen bei Lärmschutz oder Hochwasserschutz nachzudenken. In der Stadt solle der Wohnungsbau Vorrang haben vor Natur- und Artenschutz. Auch der Zugriff auf private Grundstücke solle erleichtert werden. Die Bauplanung werde „erheblich blockiert“. Es könne nicht sein, dass „ein paar Dohlenvögel“ alles aufhalten.

Diese Aussagen stellen, so beiläufig sie klingen mögen, Grundwerte unserer Gesellschaft in Frage. Folglich wären dringend deutliche Reaktionen aus der Bevölkerung zu erwarten. Dennoch erschienen nur wenige Kommentare im online-Forum der BZ sowie in der Pressemitteilung auf der Homepage von Freiburg Lebenswert. Hier wurde auch darauf hingewiesen, dass im Grundgesetz dem Schutz des Eigentums ein hoher Stellenwert zugewiesen ist (http://freiburg-lebenswert.de/haags-angriff-auf-eigentum-und-naturschutz/).

Weder die Dohlen noch der Naturschutz noch die Eigentumsrechte der Bürger sind Hindernisse für nachhaltiges Bauen, sondern eine konzeptionslose Bauplanung. Vieles in Freiburg ist Stückwerk. Bauen muss besonnen, mit Blick auf kommende Generationen wie auch in der Verantwortung für die Umwelt geschehen. Ein rücksichtloser Umgang mit Grundwerten ist damit nicht vereinbar.

Ein Staudamm von 15 m Höhe vor Günterstal?

Seit geraumer Zeit kursieren Informationen und Gerüchte über das südlich von Günterstal geplante Regenwasser-Rückhaltebecken mit einem 15 m hohen Staudamm, durch das das dortige Landschaftsschutzgebiet, das Landschaftsbild und die dortige Fauna und Flora erheblich beeinträchtigt würden.

Wieder einmal wird so getan, als sei diese Planung “alternativlos”. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Bereits das von der Stadt selbst beauftragte Gutachten zeigt mehrere Alternativen auf, die aber (ähnlich wie bei der Standortsuche für das SC-Stadion) totgeschwiegen und nicht weiterverfolgt werden.

Grundlage für diese Planung soll eine EU-weit gültige Vorschrift sein, wonach bei der Erschließung von neuen Baugebieten dem Hochwasserschutz durch Berücksichtigung eines „hundertjährigen Hochwassers“ besonders Rechnung getragen werden muss. Aus diesem Grund hat die Stadt Freiburg im Jahr 2010 ein hydrologisches Gutachten zur Hochwassergefahr durch den Bohrer-/Hölderlebach in Auftrag gegeben. Dies alles für einen Stadtteil Dietenbach, der noch gar nicht beschlossen ist und dessen Notwendigkeit bei Weitem noch nicht zu Ende diskutiert wurde. Die Fakten mit den möglichen Alternativen hat ein sachkundiger Bauingenieur, der sich als Bürger mit dem Gutachten und den Gegebenheiten vor Ort eingehend befasst hat, in einem kurzen Bericht zusammengefasst: http://freiburg-lebenswert.de/ein-staudamm-von-15-m-hoehe-vor-guenterstal/

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