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Erhalt des Meierhofs in der Kartaus!

Der Meierhof ist Teil des Kartäuser-Klosters, das zum “Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung” erklärt wurde. Nun beabsichtigt die Robert-Bosch-Stiftung, die das gesamte Gelände erworben und auf dem Areal ein “United World College” (UWC) errichtet hat, den Meierhof abzureißen, da er “zu marode” sei.

FL/FF möchte daran erinnern, dass dies, nach dem “Gasthaus zu Amerika” in der Habsburgerstraße und dem “Dreikönigshaus” in der Schwarzwaldstraße, das dritte denkmalwürdige bzw. unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist, das mit dieser Begründung abgerissen werden soll. 100.000 € sind für ein Gutachten ausgegeben worden, das die Unsanierbarkeit des Hofes belegen soll. Das sind 800 Arbeitsstunden bei einem Stundenlohn von 125 € für Gutachter und Mitarbeiter! Die Kosten einer Instandsetzung wurden offensichtlich noch gar nicht quantifiziert.

Ein bekannter Altbausanierer äußerte sich kürzlich gegenüber unserer Fraktion mit sehr klaren Worten: Der Hof ist selbstverständlich sanierungsfähig und er wäre bereit, ihn auf eigene Rechnung und eigenes Risiko zu sanieren. Vielleicht hätte man die 100.000 € besser gleich in die Sanierung als in ein teures Gutachten gesteckt.

Wenn es andernorts möglich ist, völlig durchnässte Wasserschlösser zu erhalten und wiederherzurichten, dann sollte dies beim Meierhof ebenfalls möglich sein.

Siehe auch: http://freiburg-lebenswert.de/verpflichtung-zum-erhalt-des-meierhofs-in-der-kartaus/

Das Reinhold-Schneider-Haus – nur ein Beispiel von vielen

Das Kulturdenkmal in der Mercystraße soll vermarktet werden. Entstehen sollen ein klotziger Flachdach-Anbau mit Tiefgarageneinfahrt sowie zwei Häuser mit Etagenwohnungen im Park ohne Rücksicht auf die historische Umgebung. Wieder geht ein Stück charmantes Freiburg, ein Stück kulturgeschichtliches Gedächtnis der Stadt verloren – und wieder werden die Interessen eines Investors vor die des Gemeinwohls, des Denkmalschutzes und der Kulturgeschichte der Stadt gestellt.

Die Pläne, das denkmalgeschützte Haus massiv durch An- und Neubauten zu ruinieren, kamen im Juni erst durch Nachhaken und anscheinend gegen den Willen der Verantwortlichen an die Öffentlichkeit. Da der § 34 BauGB die sukzessive Verschandelung Freiburgs nicht verhindern kann, wird die Fraktion FL/FF weiter auf die Einrichtung von Instrumenten zum Schutz des Stadtbilds wie Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen, Stärkung von Denkmalschutz und dem Ernstnehmen des Gestaltungsbeirats pochen.

Auf unsere Frage, warum das ebenfalls denkmalgeschützte Lorettobad-Stüble nicht erhalten wurde, wurde geantwortet: Es hätte sich wirtschaftlich nicht gelohnt, weil die Bausubstanz zu schlecht sei. Das ist das übliche Totschlagargument, das fast immer „zum Einsatz kommt“. Bleibt die Frage: Wieso kauft ein Investor für viel Geld Gebäude, ohne sich vorher über die angeblich schlechte Bausubstanz zu informieren? Der eigentliche Grund ist natürlich, dass der Investor sich meist darauf verlassen kann, dass die Denkmalschützer die Nicht-Wirtschaftlichkeit der Sanierung und damit den Abriss akzeptieren.

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