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Was ist Denkmalschutz in Freiburg wert?

Die Badische Zeitung (BZ) berichtete am 22.11. erneut über den geplanten Anbau an das denkmalgeschützte Reinhold-Schneider-Haus und stellte fest, dass „viele Bürger nur darüber den Kopf schütteln können“, wie die Denkmalbehörde einen solch gravierenden Eingriff in das Kulturdenkmal genehmigen konnte. Die Entscheidungen der Denkmalbehörde sind intransparent und die Kriterien oft in keiner Weise nachvollziehbar.

Anders als im übrigen Baurecht ist für Denkmalschutz keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. „Das ist durchaus kritisch zu sehen“, so ein Experte für Planungsrecht in der BZ. Es kann nicht sein, dass der für Bürger und Stadtbild so wichtige Denkmalschutz, als „reine Angelegenheit der Behörde läuft“.

FL/FF fordert, dass es eine Auskunftspflicht der Denkmalbehörde geben muss und die Erhaltungspflicht bzw. denkmalgerechte Nutzung gegenüber einer angeblichen Unzumutbarkeit einen höheren Stellenwert erhält.

Vermeintliche Sachzwänge gefährden leider immer wieder Baudenkmäler, da die Erhaltung gefährdeter Bausubstanz weder im Gemeinderat noch in der Stadtverwaltung einen hohen Stellenwert genießt. Die Liste der Baudenkmäler, die in den vergangenen Jahren weichen mussten, ist beträchtlich. Dem ehemaligen ‚Gasthaus zu Amerika‘ in der Habsburger Straße droht der Abriss, aber auch das Dreikönighaus an der Schwarzwaldstraße ist gefährdet.

Siehe: http://freiburg-lebenswert.de/was-ist-denkmalschutz-in-freiburg-wert/

Das Reinhold-Schneider-Haus – nur ein Beispiel von vielen

Das Kulturdenkmal in der Mercystraße soll vermarktet werden. Entstehen sollen ein klotziger Flachdach-Anbau mit Tiefgarageneinfahrt sowie zwei Häuser mit Etagenwohnungen im Park ohne Rücksicht auf die historische Umgebung. Wieder geht ein Stück charmantes Freiburg, ein Stück kulturgeschichtliches Gedächtnis der Stadt verloren – und wieder werden die Interessen eines Investors vor die des Gemeinwohls, des Denkmalschutzes und der Kulturgeschichte der Stadt gestellt.

Die Pläne, das denkmalgeschützte Haus massiv durch An- und Neubauten zu ruinieren, kamen im Juni erst durch Nachhaken und anscheinend gegen den Willen der Verantwortlichen an die Öffentlichkeit. Da der § 34 BauGB die sukzessive Verschandelung Freiburgs nicht verhindern kann, wird die Fraktion FL/FF weiter auf die Einrichtung von Instrumenten zum Schutz des Stadtbilds wie Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen, Stärkung von Denkmalschutz und dem Ernstnehmen des Gestaltungsbeirats pochen.

Auf unsere Frage, warum das ebenfalls denkmalgeschützte Lorettobad-Stüble nicht erhalten wurde, wurde geantwortet: Es hätte sich wirtschaftlich nicht gelohnt, weil die Bausubstanz zu schlecht sei. Das ist das übliche Totschlagargument, das fast immer „zum Einsatz kommt“. Bleibt die Frage: Wieso kauft ein Investor für viel Geld Gebäude, ohne sich vorher über die angeblich schlechte Bausubstanz zu informieren? Der eigentliche Grund ist natürlich, dass der Investor sich meist darauf verlassen kann, dass die Denkmalschützer die Nicht-Wirtschaftlichkeit der Sanierung und damit den Abriss akzeptieren.

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