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Denkmalschutz stärken und Stadtbild erhalten

Denkmalschutz ist der Umgang mit Geschichte und ihrer Wertigkeit. Er ist identitätsstiftend. Dazu gehört auch die Baugeschichte und diese kann nur dann tatsächlich wahrgenommen werden, wenn man die Gebäude erhält oder sogar rekonstruiert. Baugeschichte und Denkmäler sind auch immer Ausdruck des „Lebensgefühls“ und des „Zeitgeistes“ ihrer Epoche. Denkmalschutz bedarf des Herzens und des Verstandes. Er ist eine sehr wichtige und verantwortungsvolle Angelegenheit, die nach einer dauerhaften Fürsprache verlangt!

Freiburg hat nach dem Krieg viele bedeutsame und wertvolle historische Gebäude durch Abriss verloren, da oftmals der wirtschaftlichen Nutzung Vorrang eingeräumt und ein Erhalt deshalb als nicht zumutbar erklärt wurde. Jüngstes Beispiel ist das Gebäudeensemble um das ehemalige „Gasthaus zu Amerika“ an der Ecke Habsburger- und Wölflinstraße. Es wurde um 1777 erbaut und ist kulturhistorisch bedeutsam. Dessen wechselhafte Geschichte gibt auch die Geschichte der Stadt Freiburg und ihrer nördlichen Vorstadt wieder. Als einige der ältesten Häuser des Freiburger Nordens, markant an der Habsburgerstraße gelegen, wäre der Abriss der Gebäudegruppe ein unersetzbarer Verlust. Zum Gesicht der Stadt gehören bedeutsame historische Gebäude wie diese. Ohne sie verliert die Stadt nicht nur ihr Gesicht, sondern auch ihre Geschichte.

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Das Reinhold-Schneider-Haus – nur ein Beispiel von vielen

Das Kulturdenkmal in der Mercystraße soll vermarktet werden. Entstehen sollen ein klotziger Flachdach-Anbau mit Tiefgarageneinfahrt sowie zwei Häuser mit Etagenwohnungen im Park ohne Rücksicht auf die historische Umgebung. Wieder geht ein Stück charmantes Freiburg, ein Stück kulturgeschichtliches Gedächtnis der Stadt verloren – und wieder werden die Interessen eines Investors vor die des Gemeinwohls, des Denkmalschutzes und der Kulturgeschichte der Stadt gestellt.

Die Pläne, das denkmalgeschützte Haus massiv durch An- und Neubauten zu ruinieren, kamen im Juni erst durch Nachhaken und anscheinend gegen den Willen der Verantwortlichen an die Öffentlichkeit. Da der § 34 BauGB die sukzessive Verschandelung Freiburgs nicht verhindern kann, wird die Fraktion FL/FF weiter auf die Einrichtung von Instrumenten zum Schutz des Stadtbilds wie Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen, Stärkung von Denkmalschutz und dem Ernstnehmen des Gestaltungsbeirats pochen.

Auf unsere Frage, warum das ebenfalls denkmalgeschützte Lorettobad-Stüble nicht erhalten wurde, wurde geantwortet: Es hätte sich wirtschaftlich nicht gelohnt, weil die Bausubstanz zu schlecht sei. Das ist das übliche Totschlagargument, das fast immer „zum Einsatz kommt“. Bleibt die Frage: Wieso kauft ein Investor für viel Geld Gebäude, ohne sich vorher über die angeblich schlechte Bausubstanz zu informieren? Der eigentliche Grund ist natürlich, dass der Investor sich meist darauf verlassen kann, dass die Denkmalschützer die Nicht-Wirtschaftlichkeit der Sanierung und damit den Abriss akzeptieren.

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